Fernweh: Die Geschichte zu den Tracks
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Hallo, hier ist melcom (Andreas Thomas Urban).

Über die Jahre sind drei Tracks namens "Fernweh" entstanden. Dies hier ist die
Kurzgeschichte, die sie begleitet und inspiriert hat. Eine kleine Erzählung,
die im Kopf beim Hören der Musik mitreisen kann.

Danke fürs Zuhören.


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F E R N W E H
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Prolog
Man sagt, Zeit sei ein Fluss.
Für ihn war sie ein Ozean – voller Strömungen, Strudel und Abgründe.
Und er war der Einzige, der darin schwimmen konnte, ohne zu ertrinken.

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Track 1
Die Sterne glitten lautlos vorbei, während sein Schiff Kurs auf den Orionnebel
hielt. Seit Tagen folgte er einem Notsignal, älter als jede bekannte Raumfahrt.
Zwischen toten Sektoren und stummen Außenposten tauchte eine halb verschlungene
Station auf. Darin: ein Fragment, das nicht in diese Zeit gehörte – und eine
Warnung, die ihn schneller zurück zur Erde trieb, als ihm lieb war.

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Track 2
Er war ein TimeCop – einer, der den Fluss der Zeit lesen konnte.
Sein Auftrag: Eingriffe finden, bevor sie ganze Welten zerreißen.
Heute war er allein, mit einem Fund, der ihn anzog wie ferne Sterne.
Das Fragment pulsierte im Dock, als würde es ihn kennen.
Er legte die Hand aufs Interface – und die Zeit brach auf.
Straßen flackerten, Gesichter blitzten, Städte wuchsen und zerfielen.
Das Schiff stotterte, Anzeigen jagten.
Ein letzter Sprung – grelles Licht – Stille.

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Track 3 – Echofall
Vor ihm lag die Erde.
Doch schon aus der Ferne wirkte sie fremd – matt, staubverhangen, das Blau
verschwunden. Beim Eintritt in die Atmosphäre sah er verbrannte Kontinente,
Städte wie Aschehaufen. Das Echo seines Sprungs hatte sie getroffen… und zu
Fall gebracht.

Zwischen den Ruinen flackerte eine alte Reklametafel.
Er trat näher, Neonröhren glommen schwach, kämpften gegen das Dunkel.
Ein letztes Aufflackern formte ein Wort:

WELCOME

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Epilog
Er stand lange da, bis das Licht der Tafel erlosch.
Der Wind trug den Staub über die Straßen, als wollte er die Narben der Welt
zudecken. Doch er wusste: Manche Wunden liegen tiefer als Zeit.
Und er würde weitergehen – dorthin, wo die Ferne ruft.


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Anmerkungen zu den Tracks
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* Fernweh (2018): Der erste Teil der Geschichte gehört zum originalen "Fernweh"-
  Track, meinem Beitrag für "The Sound of SceneSat Volume 4". Er untermalt die
  Reise ins Ungewisse.

* Fernweh 2 (2022): Die musikalische Entsprechung zu Teil 2. Der Track war eine
  Art Neuauflage, die etwas mehr "Pepp" hatte, um das Chaos des Zeitsprungs
  widerzuspiegeln.

* Fernweh 3: Echofall (2025): Dieser Track gehört zum dritten Teil der
  Geschichte. Er ist vollkommen düster und hart. Auch wenn die Story kein
  Western ist, bekommt die Musik für mich gegen Ende einen Western-Klang –
  passend zum Gefühl eines einsamen Wanderers in einer gefallenen Welt.


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Mehr von mir
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Lizenz / Copyright
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Text & Musik © 2018-2025 Andreas Thomas Urban (melcom)
Die Tracks sind lizenziert unter Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

Das bedeutet, du darfst es frei teilen und bearbeiten, solange du meinen
Namen nennst, es nicht kommerziell nutzt und unter den gleichen Bedingungen
weitergibst.

Details: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de
